Naturheilpraxis Krimlowski


Therapie

Akupunktur

lat. acus = Nadel, pungere = stechen
Seit tausenden Jahren ist Akupunktur eine verbreitete Heilmethode, bei der hauchdünne Nadeln spezifische Punkte des Körpers aktivieren, die die Selbstheilung des Organismus in Gang setzen und halten. Ihr Einsatz erfolgt sowohl vorbeugend, als auch im akuten oder chronischen Erkrankungsfall.

Erste Hinweise für Akupunkturbehandlungen fand die Archäologie in Form von angespitzten Steinsplittern bei Ausgrabungen in China. Diese Stücke sind etwa 5500 Jahre alt. Auch fand man 4000 Jahre alte Gold- und Silbernadeln in den Gräbern der kaiserlichen Familie. Erste schriftliche Aufzeichnungen über Akupunktur sind vom legendären Gelben Kaiser Huang Ti (ca. 2600 v. Chr.) überliefert. Er erforschte die Wirkung der Heilmethode sehr systematisch und verfasste das „Nei-ching“, eine Darstellung der chinesischen Medizin. Diese war schon vom Gedankengut des Taoismus getragen, obwohl Lao-Tse (6. vorchristliches Jh.) sein heiliges Buch vom Tao (Weg) erst viel später schrieb und den Taoismus damit begründete.

Mit Konfuzius und seiner Lehre vom selbständig handelnden und denkenden Menschen wurde die Akupunktur zum festen Bestandteil der chinesischen Medizin, mittels derer die Lebensenergie des Körpers aktiv beeinflusst werden kann. Seit den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gewinnt die Akupunktur sowohl in China, wie auch in Europa und Amerika stetig an Bedeutung. Immer deutlicher wurde die hohe Wirksamkeit und Effizienz der Therapie, wobei Nebenwirkungen gänzlich ausblieben. So wenden heute auch viele „Schulmediziner“ Akupunktur als Behandlungsmethode sehr erfolgreich an.

Man geht in der traditionellen chinesischen Medizin davon aus, dass das Leben auf der Lebensenergie Qi beruht, die ihre Heimstätte in allem Lebendigen findet. Qi wirkt im Körper als Transportmittel, Umwandler, Kontrollmechanismus, besitzt eine Schutzfunktion, erwärmt und ernährt. Verschiedene äußere Bedingungen, wie Hitze, Kälte, Wind, Feuchtigkeit oder Trockenheit, und innere Faktoren, wie Freude, Angstzustände, Zorn, Trauer oder Sorge, führen im Körper zu Einschränkungen bzw. Blockaden des Energieflusses, die sich dann als Krankheiten manifestieren. Auch Erbkrankheiten, ungesunde Lebensweisen, wie übermäßiges Essen, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie einseitige Ernährung, oder Traumata, die beispielsweise durch Verletzungen und sogar durch Insektenstiche entstehen können, verursachen Blut- und Qi- Strömungshindernisse.

Der Fluss der Lebensenergie verläuft laut chinesischer Medizin entlang der zwölf Hauptmeridiane und der acht außerordentlichen Meridiane. Die Hauptmeridiane sind verbunden mit den Organen (innerer Verlauf), sowie mit den Extremitäten und Gelenken (äußerer Verlauf). Hauptmeridiane im inneren Verlauf werden als Yin-Meridiane bezeichnet, die im äußeren entsprechend als Yang-Meridiane. Sie sind gekoppelt und bilden sogenannte Funktionskreise. Die außerordentlichen Meridiane sind keinen Organen zugeordnet.

Bei der Akupunktur werden einige spezifische Punkte entlang der Meridiane ausgewählt, die Einfluss auf im Vorfeld erkannte Störungen des Energieflusses haben. In diesen Punkten werden hauchdünne Nadeln platziert, die dort zwischen 20 und 30 Minuten verbleiben. Die Behandlungszeit für Kinder ist entsprechend kürzer. Eine Akupunkturbehandlung umfasst in der Regel zehn bis zwölf Sitzungen, davon erfolgen eine bis zwei pro Woche. Meist gibt es dann eine mehrwöchige Behandlungspause, bevor ein weiterer Behandlungszyklus folgen kann. Allerdings ist der Behandlungsablauf individuell und kann stets abweichen. Nach erfolgreichem Behandlungsabschluss sind weitere Sitzungen zur Stabilisierung des Ergebnisses möglich. Rechtzeitige erneute Anwendungen können außerdem ein Wiederauftreten von Krankheiten unterbinden, haben also prophylaktische Wirkung.

Es gibt verschiedene Formen der Akupunktur. Am weitesten verbreitet ist die Körperakupunktur. Darüber hinaus findet auch die Ohr-, Schädel-, Mund-, Augen- und Handakupunktur Anwendung. Neben der Therapie mit Nadeln wird heute auch die Elektro- und Laserakupunktur praktiziert.

Eine Akupunkturbehandlung wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen empfohlen. Die meisten Funktionsstörungen des Körpers lassen sich mit Erfolg behandeln. Haut-, Augen-, Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen ebenso wie Störungen im Verdauungsbereich, urologische und gynäkologische, sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erfolgreich werden auch Erkrankungen der Atemwege, des Stütz- und Bewegungsapparats, neurologische und psychische Störungen, sowie Suchterkrankungen, Allergien und Immunschwächen behandelt. Akupunktur wird oft kombiniert mit anderen Therapieverfahren wie z. B. Moxibustion, Diätetik oder Kräuterheilkunde.

Aufklärender Hinweis:
Die oben genannten Verfahren kommen überwiegend aus der Erfahrungsheilkunde. Sie sind schulmedizinisch und wissenschaftlich nicht anerkannt. Ihre Wirksamkeit ist fachlich umstritten.